Zwar streiten sich die Experten darüber, wer diese Methode nun wirklich erfunden hat, doch gilt es als sicher das Jörg Strehlow sie perfektioniert und bekannt gemacht hat. Das Einsatzgebiet der Faulenzermethode sind bevorzugt große Flüsse, doch auch jeder See kann so befischt werden. Doch was genau sind eigentlich die Vorteile? Zum einen ermöglicht uns diese Methode eine durchgehend perfekte Köderkontrolle, sowie eine Garantie immer da zu fischen wo wir den Zander erwarten, nähmlich am Grund. Mit der Treppen Methode (Sprünge die mit der gezupften Rute gemacht werden), besteht die Gefahr unregelmäßig zu fischen und schnell auch mal den Kontakt zum Köder zu verlieren.
Wie sich die Methode fischen lässt klingt einfach und banal. Der Köder wird einfach, bevorzugt gerade aus oder leicht stromab, geworfen. Sofort sollte man die Schnur auf Spannung halten und warten bis der Köder auf Grund absinkt (also mit geschlossenen Rollenbügel). Wenn er dort aufschlägt, sofort die durchhängende Schnur wieder einholen, so das wieder der Kontakt zum Köder gewährleistet ist. Während man die Rute in der Absinkphase ungefähr auf 11 Uhr Stellung hält, führt man sie nun (immer unter Beachtung das die Schnur straff bleiben sollte) auf 10 Uhr herunter. Hierbei halte ich die Rute meist leicht nach rechts versetzt, so das ich einen Anschlag schräg setzen kann und keine Kraft verschwende im Prinzip den Anschlag gerade nach oben zu setzen. Außerdem lässt sich die Schnur so wesentlich besser beobachten. Nun kann man mit dem fischen beginnen: In 10 Uhr Stellung macht man 3-5 mittelschnelle Umdrehungen mit der Rolle und lässt den Köder daraufhin erneut absinken. Hierbei ist darauf zu achten, das die Schnur nach wie vor straff bleibt und niemals durchhängt. Besonders da 75% der Bisse, ähnlich wie beim Pilken, in der Absinkphase kommen. So fischt man nun Stück für Stück den Grund ab, bis man dem Ufer näher kommt, wo es hilfreich ist die Rute wieder bis in 11 Uhr Stellung zu ziehen, um Hänger zu reduzieren. Wichtig ist dabei das man beim kleinsten Verdacht eines Bisses sofort anschlägt. Sonst leider sehr viele Fehlbisse, zumindest wenn man nicht Hellwach ist und sofort reagiert. Konzentriertes Fischen ist also von Nöten. Besonders wichtig ist das die Rute nicht mehr bewegt wird, nur noch zum Anhieb, ansonsten läuft das ganze Köderspiel nur über die Rolle. Und Ihr könnt mir glauben, damit Knackt man die Zander.
Das Gerät
Vielleicht das A und O bei dieser Methode. Wichtig sind vor allem harte und steife Ruten. Von vielen Experten wird die Quantum Crypton Zander empfholen, doch natürlich gibt es eine Vielzahl anderer Ruten. Am besten beim Kauf die Rute nehmen und den Schwingtest machen, d.h. die Rute mit einer Bewegung etwas bewegen und die Rute die am wenigsten nachfedert, das ist die ideale Rute zum "Faulenzen". Hierbei kann man noch sagen, desto ruhiger das Wasser, desto eher darf die Rute etwas weicher sein. Hat den Vorteil das man im Drill etwas mehr Reserven hat und die Kopfstöße eines kapitalen Zanders nicht so sehr durchkommen. Aber hier gilt allgemein probieren. Ich persönlich habe drei verschiedene Spinnruten mit denen ich Faulenze; zwei davon haben ihren Einsatz in der Weser oder im See und eine ist für das Faulenzen mit sehr kleinen Ködern.
Der zweite wichtige Punkt ist die Schnur: Um den direkten Draht zum Köder zu haben, geht eigentlich nichts über geflochtene Schnur, da diese null bis kaum Dehnung hat und somit eine gute Köderkontrolle gewährleistet. Hier fische ich 12er Fireline (6,8kg Tragkraft in Flame grün bzw. gelb). Wichtig ist das die Farbe gelb oder grün ist, um evtl. Bisse schon an der Schnur zu erahnen, was allerdings Übung bedarf. Am Anfang hab ich an der Schnur nie was erkannt. Unter die gut 150 Meter Fireline kommt am besten eine 30er monofile sozusagen als Backline. Allgemein kann es nicht schaden eine Ersatzspule mit 0,25er-0,30er Mono dabei zu haben, um bei starken Winden wechseln zu können. Denn genau hat die Fireline ihren größten Nachteil. Außerdem ist man so gewappnet, falls man schnell auf Wobbler umsteigen möchte.
Zu der Rolle gibt es nicht ganz soviel zu sagen. Eine sauber arbeitende Stationärrolle mit mittlerer Übersetzung und gut funktionierender Bremse. Die Bremse ist bei der geflochtenen sehr wichtig um harte Kopfstöße eines Zanders gut zu parieren. Ich bevorzuge hier Rollen mit Frontbremse, so wie meine Okuma Metaloid.
Die Köder
Oftmals werden handelsübliche 08/15 Gummifische benutzt und sich auch noch gewundert wieso darauf nichts beißt. Wenn wir mal bedenken das wir nun schon seit gut 10-15 Jahren das Gummifischangeln in Deutschland kennen und es richtig ausgeübt wird, heißt das auch das die Zander teilweise die Gummifische schon mit Bestellnummer kennen müssten. Besonders bei der Faulenzer Methode kommt es aber darauf an, das der Köder schon beim kleinsten Zug arbeitet. So bieten sich folgende Köder an:
Der Sandra Gummifisch! Durch die Form seines Schwanzes arbeitet dieser Gummifisch bereits beim kleinsten Zug. Ein Köder auf den man häufig Bisse bekommt, allerdings neigt er oftmals dazu eine hohe Fehlbissquote zu haben. Allerdings ist der Sandra immer Mal für eine Überraschung gut, da besonders kleinere Welse ihn scheinbar mögen.
Der Kopyto River! Oftmals der beste Köder um auch wirklich kapitale Zander zu fangen. Wie auch beim Sandra gilt hier, das er sehr schnell seine Aktion zeigt. Sein großer Nachteil ist, das er bei zu starker Strömung oftmals schon zu sehr arbeitet. Ein sehr guter Köder für klares Sommerwasser sowie auch als sehr langsam geführter Winterköder. Und auch Freund Esox mag die Kopytos.
Slottershad (Foto 1) und Attraktor (Foto 2)! Hier gilt das gleiche wie beim Kopyto was Laufeigenschaften angeht. Zum Zanderfischen nicht so mein Favoriten, da der Slottershad scheinbar bei uns der beste GuFi für Hechte ist und der Attraktor mir einfach zu überzogen teuer ist. Also den Slotti eher für Hecht, aber das ist in anderen Gewässern sicherlich anders.
No-Action Shad! Sensationelle Beweglichkeit schon beim kleinsten Zug. Eigentlich der Köder den viele am Drop-Shot System fischen, aber auch mit Bleikopf bei der Faulenzermethode zeigt er seine Wirkung. Taumelt sehr verführerisch zum Grund und könnte somit vielleicht in Zukunft dem Kopyto und dem Attraktor ihren Ruf als Zanderköder Nummer 1 streitig machen. Sollte am besten mit Angstdrilling gefischt werden!!!
"Miss Shad" Gummifisch (oben) und Kopyto Aqua (mitte) sind zwei weitere gut laufende Gummifische für die Methode. Der Miss Shad erzeugt durch seine breite Schaufel einen hohen Druck, allerdings auch hier leider viele Fehlbisse. Der Aqua ist wie auch der Kopyto River eher ein Gummifisch für das Fischen im klaren Wasser. Sein Nachteil ist das er sehr schnell kaputt geht nach dem ein oder anderen Biss.
Unter den beiden ist noch ein einfacher (wie oben bezeichneter) 08/15 Shad. Eigentlich beim Faulenzen gar nicht zu gebrauchen, außer ich merke es läuft auf nichts anderes. Dann kann ein relativ unbeweglicher Köder vielleicht doch noch etwas bringen, was aber ehrlich gesagt mehr unter Verzweiflungsversuch fallen dürfte.
Insgesamt gilt aber das man mit einigen Shads von den oben genannten Sorten schon recht gut bedient wäre. Wobei man Slottershad, Kopyto und Attraktor in ihrer Art ein bisschen vergleichen kann. Somit würde bei mir eine Einsteiger Köderbox ungefähr 30-40 Gummifische beinhalten. Bei den Farben sollte man am Anfang keine zu großen Experimente machen. Alles was die natürliche Beute immitiert, wäre ein Grundstein. Also weiß, rauch, silber und perlmutt sind gute Farben. Schockfarben reichen einige wenige in neongelb z.b. und ein paar Köder die einen Glittereffekt haben. Wer für kleines Geld einsteigen will, der sollte sich 5 perlmuttfarbene No-Action Shads, 2-3 weiße Kopytos oder Slottis und 5-6 weiße Sandra in versch. Größen mit den dazu gehörigen Bleiköpfen zulegen und schon sollten sich die ersten Erfolge einstellen. Zumindest wenn man alles richtig macht und die Bedingungen nicht ganz falsch sind.
Noch ein paar Worte zu den Bleiköpfen: Ob die nun rot sind ist Geschmackssache und nach einer gewissen Zeit ist der Lack eh ab. Man sollte immer genug Köpfe zur Auswahl haben, wobei meist zwischen 14 und 21gr. gefischt wird. Benutzt man Angstdrilling, verliert auch die Hakengröße leicht an Bedeutung. Gut sind allerdings "Stand-up" Köpfe, da diese dem Köder auch noch Spiel verleihen wenn er am Grund aufsetzt und durch ihre flache Form auch mal sehr schön über einen evtl. Kiesgrund gezogen werden könnten. Aber die Köpfe sind im Verhältniss noch recht nebensächlich.
Zusätzliches Gerät
Gute Köderboxen sind wichtig, damit nicht irgendwann die Gummifische festkleben oder ihre Farben verlieren. Also lieber ein paar Euro mehr investieren und richtige Köderboxen kaufen, anstatt die Sparversion aus dem Baumarkt. Vorfächer versteht sich von selber. Wenn erlaubt, würde ich Hardmono empfehlen, da es am elastischten ist und sich gut verarbeiten lässt. Hier sollte Hardmono im Bereich 38er ungefähr reichen, da das auch einen Hecht gerecht wird. Ansonsten sind 7x7 Stahlvorfächer noch recht gut, wobei ich bei beidem drauf achte das ich die Köder am besten mit Schlaufe anköder. Hardmono kann man sich selber basteln und Stahlvorfächer dementsprechend mit zwei Schlaufen kaufen. Zwei weitere wichtige Utensilien sind: 1. No Knot (knotenlose Verbinder für Hauptschnur und Vorfach), da ich es vermeide geflochtene Schnur zu knoten. 2. Angst Drillinge: Entweder selbst gebaut oder Einhängeclips aus dem Angelladen; idealerweise die richtigen Angstdrillinge made bye Uli Beyer.
So ich hoffe ich konnte die Methode gut und verständlich beschreiben!? Allen die so noch nicht gefischt haben, kann ich nur nahe legen, es einmal zu versuchen. Besonders um Zander zu fischen ist das die beste Methode.
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